Der Knoten platzt spät in der Saison

Nichts zu holen gab es am Wochenende in der Weiherhaushalle für den Tabellenersten der Basketballregionalliga Südwest-Nord, SG Lützel Post Koblenz, sowie den Tabellendritten Eintracht Frankfurt. Am Doppelspieltag wurden am Samstag die Frankfurter mit 91:57 und der mutmaßliche Regionalligameister mit sage und schreibe 109: 66  von einem furios aufspielenden VfL Bensheim auf die Heimreise geschickt. Obwohl Trainer Christian Roth noch nicht auf alle Rekonvaleszenten zurückgreifen konnte, zeigte sich das Heimteam in allen Belangen von seiner besten Seite.

Gegen beide hochkarätigen Gegner operierten die Bensheimer von Beginn an mit einer aggressiven Mann zu Mann Verteidigung, die den Gästen schnell die besondere Motivation für die aus ihrer Sicht nicht mehr entscheidenden Begegnungen raubte. Am Samstag gegen Frankfurt führte der VfL bis zur Halbzeit bereits mit 53:23, so dass es in zweiten Abschnitt nur noch darum ging, Kräfte für das vermeintliche Spitzenspiel am Sonntag gegen Koblenz zu sparen. Dort hatte man im Hinspiel noch in letzter Sekunde mit 100:98 das Nachsehen gehabt. Was konzentriertes und von Abstiegssorgen befreites Auftreten beim Team bewirkte, konnte man am Sonntag eindrucksvoll besichtigen.

Zu oft in dieser Saison hatten die Bensheimer in den letzten Sekunden einen bereits sicher geglaubten Sieg wieder aus der Hand gegeben, die acht-Punkte-Niederlage im Hinspiel in Frankfurt war, wenngleich eigentlich knapp, die höchste Niederlage der Runde gewesen; so nahe war der VfL in dieser Saison an einer wesentlich bedeutenderen Rolle in der Spielzeit.

Nachdem man sich gegen Frankfurt eindrucksvoll rehabilitiert hatte geriet die Begegnung gegen Koblenz dann allerdings zum Highlight der Saison. Insbesondere durch ihren bärenstarken Topscoorer Milan Trtic konnte der Tabellenführer zu Beginn der Partie das Ergebnis noch offen halten, gelang es der Defence der Hausherren doch nur allmählich, den zwei-Meter Hühnen besser zu kontrollieren. Der an diesem Tage aber geradezu körperlich spürbare Wille der Bensheimer auf Wiedergutmachung der äußerst unglücklichen Hinspielniederlage schlug die erneut zahlreichen Fans in ihren Bann und lies die Halle manchmal  geradezu beben. Jede erfolgreiche Aktion wurde bejubelt, der VfL zeigte endlich, was in ihm steckt. Hatte man noch zur Halbzeit mit 53:45 einen recht knappen Vorsprung erarbeitet kamen die VfL-er nach der Pause mit einem unglaublichen 33:4-Lauf auf die Siegerstraße. Der Gegner hatte völlig resigniert, kaum ein Schuss fand noch sein Ziel und nahezu jeder Rebound wurde Beute der Bensheimer. In der Offensive gelangen nun endlich auch schnelle und überraschenden Spielzüge, so dass die ohnehin offensichtlich nicht mehr allzu große Einsatzbereitschaft der Gäste gegen Null strebte. Mit 109:66 gelang es dem VfL nachzuweisen, was tatsächlich an Qualität in der Mannschaft vorhanden ist.

Bei den beiden restlich noch ausstehenden Auswärtsbegegnungen bei Makkabi Frankfurt und beim Absteiger BC Horchheim werden sicherlich auch schon die Weichen für die kommende Saison gestellt, da mit den am Wochenende groß aufspielenden Maher Kassem und Pablo Gallardo zwei wichtige Spieler dem Team nächstes Jahr nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Während es Gallardo in seine spanische Heimat zurückzieht wird sich Kassem auf seine Funktion im Trainerteam des VfL beschränken.

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